DAFV Mitgliederversammlung

"Angeln gehört in die Mitte der Gesellschaft"

DAFV Mitgliederversammlung

Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung freute sich Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan viele Ehrengäste begrüßen zu dürfen. Gert Conrad Ministerialrat vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Michael von Abercron, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit des Deutschen Bundestages, Dr. Gero Hocker Landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP Bundestagsfraktion, Jan Korte 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Die Linke, Fred Bloot Präsident der European Anglers Alliance, Dr. Uwe Brämick 2. Vorsitzender Deutscher Fischereiverwaltungsbeamter und Fischereiwissenschaftler, Günter Markstein den ehemaligen Präsidenten des DAV, Dietrich Müller den Vorsitzenden der Fischer und Wasserrechtskommission

Als erstes sprach Gert Conrad Ministerialrat vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Er überbrachte Grüße von Umweltministerin Klöckner.  Conrad erklärte, dass ein Dorschfangverbot welches für die Freizeitfischerei, nicht aber für die Berufsfischerei gilt, mit der nationalen Gesetzgebung (Freizeitfischerei) auf der einen, und der EU Gesetzgebung (Berufsfischerei) auf der anderen Seite zu tun hat. Er versicherte aber, sollte es zu einer Erhöhung der Fangquoten bei der Berufsfischerei kommen, wird es auch eine Erhöhung bei der Angelfischerei geben. Bei den Aalmanagementplänen hält Conrad eine Überarbeitung für möglich, weil die Rückkehrquoten von 40% nicht überall erreicht werden.

Dr. Michael von Abercron, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit des Deutschen Bundestages sowie Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft stellt, mit Blick auf Fischerei und Jagd, die Gemeinnützigkeit verschiedener Organisationen in Frage, wenn diese versuchen Traditionen in Deutschland zu zerstören. Auch deshalb sieht er die Notwendigkeit Mehrheiten in der Freizeitfischerei zu schaffen damit die Angelfischerei, die Wertschätzung bekommt, die sie verdient aufgrund der hervorragenden Arbeit im Naturschutz und in der Jugendarbeit.

Dr. Gero Hocker Landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP Bundestagsfraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft kritisiert, dass die Unterschutzstellung des Kormoran, seitens der Politik, noch nicht aufgehoben wurde. Weil die Population sich seit seiner Unterschutzstellung erholt hat, fordert er ein bundesweites flächendeckendes Kormoranmanagement. Dazu wird eine Initiative in den Bundestag eingebracht. Die Gemeinnützigkeit militanter Tierrechtler stellt Gero Hocker in Frage.  In den Anglern sieht er nicht die Ursache von Problemen – sondern die Lösung! Denn beim Angler hört der Naturschutz nicht an der Wasseroberfläche auf.

Jan Korte 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Die Linke spricht sich gegen ein Aalfangverbot für Angler aus, weil nicht die zu bestrafen sind die dafür sorgen das es den Aal überhaupt noch gibt. Eine „Kinderwebseite“, einer Tierrechtsorganisation, kritisiert er aufs schärfste.

Fred Bloot Präsident der European Anglers Alliance (EAA) sieht in der Individualisierung der Menschen auch den Rückgang in den Vereinen und Verbänden. Darüber hinaus stellen sich viele Herausforderungen bei der Fischerei, bei denen die European Anglers Alliance die Angler unterstützen wird, so Fred Bloot.

Dr. Uwe Brämick 2. Vorsitzender Deutscher Fischereiverwaltungsbeamter und Fischereiwissenschaftler (VDFF) Institut für Binnenfischerei bemängelt den Zustand vieler Fischaufstiegsanlagen. Es gäbe weniger Probleme bei den Aufstiegsanlagen, wenn der neueste Stand der Technik bei Wasserkraftanlagen umgesetzt würde. Die Verordnung zum Schutz des Aals hält er für sehr wichtig. Die Tendenz an den Flusseinzugsgebieten die unterhalb von 40% liegen, sieht er auch zukünftig eher negativ. Obwohl es beim Wissenstand zum Aal in den letzten Jahren weitere Erkenntnisse gab (Wanderverhalten, Geschlechterausbildung, Wachstum), umfasst diesen noch immer etwas mystisches. Bei der Geschlechterausbildung ist ein großer Faktor der Stress. Gestresste Aale werden vermehrt männlich, so Dr. Brämick. Der generelle Lebenszyklus des Aals steht wissenschaftlich außer Frage. Jedoch hat noch kein Mensch den Vermehrungszyklus beobachtet.

Spannend war auch der Fachvortrag von Matze Koch, der noch ein großes Stück Arbeit darin sieht, bis das Angeln in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Er ruft dazu auf, zusammenzurücken, um als Angler in dieser Mitte anzukommen. Er wünscht den ordentlichen Umgang mit der Natur, wozu auch das äußerliche Erscheinungsbild des Anglers gehört (saubere Angelplätze). Ganz wichtig ist auch die soziale Komponente in unseren Vereinen –  die Jugendarbeit! Denn wenn den Kindern, die Schönheit der Natur vermittelt wird, werden die „Tierrechtler“ ganz schnell einen „Abflug“ machen, ist sich Matze Koch sicher.

In einem ausführlichen Vortrag erläutert Präsidentin Happach Kasan die zukünftige Ausrichtung des DAFV. An dieser Stelle nur auszugsweise und stichwortartig wiedergegeben, gibt es einen kleinen Einblick in die Arbeit unseres Bundesverbandes. Jugendarbeit / Faszination Angeln / Naturschutz (Schutz und Einsatz für bedrohte Fischarten). Wasserrahmenrichtlinie / Wasserkraft / Tradition und Geschichte vermitteln / Leistungen für die Gesellschaft aufzeigen / Arbeit auf Bundes- und EU Ebene. Öffentliche Präsenz (grüne Woche, Didacta 2018) / Fisch des Jahres, Flusslandschaft des Jahres usw..

Der DAFV Förderpreis für das beste Naturschutzprojekt ging an den Angelsportverein Mittleres Stunzachttal Heiligenzimmern e.V. für das Projekt „Natur im Klassenzimmer“.

Mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden Bernhard Pieper vom Landesfischereiverband Weser-Ems und Rainer Schiller vom Landesverband Bremen.

Beim danach folgenden, nicht öffentlichem Teil der Mitgliederversammlung, galt es viele administrative Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Festgestellt wurde die Anwesenheit von 16 Verbänden aus 12 Bundesländern. Mit dem Wunsch auf einige redaktionelle Änderungen folgten die Delegierten der Landesverbände dem Präsidiumsvorschlag zu den Satzungsänderungen. Die Wahl des kommissarischen Referenten für Castingsport (Wolfgang Feige-Lorenz) und die Wahl des Referenten für Jugend (Peter Wetzel) wurde von den Mitgliedern bestätigt. Leider blieb der Platz des Referenten für Gewässerfragen unbesetzt.  Zur Auftraggebung eines Gutachtenprojekts zum gesellschaftspolitischen Stellenwert und der Bedeutung des Angelns in Deutschland und seinen Bundesländern gab es diskussionsbedarf. Die Haushaltspläne 2018 und 2019 wurden verabschiedet.

Mit den Worten „Wir wollen alles dafür tun, um das Angeln in die Mitte der Gesellschaft zu bringen“ beendete Präsidentin Dr. Christel Happach Kasan die Versammlung und verabschiedete die Delegierten.

Fischereiaufsicht ist eine wichtige Aufgabe um Fischwilderei einzudämmen und Schaden von den Vereinen und den Gewässern fernzuhalten.

40-jähriges Bestehen des Fischereiverbandes NRW und 20 Jahre Wanderfischprogramm

 

Die Informationsschrift für den Angler im RhFV

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