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28.11.2020 - 

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HIT Barbenprojekt

In einer von der HIT-Umweltstiftung geförderten Studie untersuchte das Fischereiteam des RhFV die Rekrutierung der strömungsliebenden Fischart Barbe in den ersten Lebenswochen.

Schabert, juvenile Barbe

Barben zählten noch bis vor wenigen Jahren zu den häufigsten Jungfischarten im Rhein. Bei jüngeren Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass die Jungfischbestände der Art, wie auch die weiterer später im Jahr laichender strömungsliebender Arten, wie Döbel und Gründling, im Rhein stark rückläufig sind.

Barben weisen in den ersten Lebenswochen sehr spezifische Ansprüche bestimmte Gewässerstrukturen und Habitate auf und wechseln mit der Entwicklung von der Larve zum Jungfisch von flachen Seitenbuchten und Blänken (Larvenhabitat) in Kiesuferhabitate und schließlich in stark strömenden Rauschen und Schnellen (Juvenilhabitat). In der im Jahr 2019 durchgeführten Fallstudie zeigte sich, dass die Barbe nach wie vor gute Fortpflanzungserfolge hat und Barbenlarven in hohen Bestandsdichten in flachen Seitenbuchten anzutreffen sind, diese jedoch durch die mittlerweile schnell sinkenden Wasserstände des Rheins – auch dies vermutlich eine Folge des Klimawandels und Eintiefung des Rheins infolge der Tiefenerosion - bald vom Rhein abgekoppelt werden und trocken fallen. Die entsprechend hohen Verluste unter den Barbenlarven dürften erklären, wieso vergleichsweise wenige juvenile Barben gefunden wurden.

Für eine weitere Hypothese, dass der Rückgang von Barbe, Döbel und Gründling mit dem Auftreten der invasiven Grundeln zusammenhängt, ergaben sich in dieser Studie keine direkten Hinweise, zumal die Bestandsdichten der Grundeln in den letzten zurückgegangen sind und auch in dieser Studie eher gering waren. In der Konsequenz müssen Maßnahmen zur Sicherung der Bestände der, auch fischereilich attraktiven Barbe in der Schaffung von Habitaten für die frühen Entwicklungsstadien, die auch unter Niedrigwasserbedingungen an den Rhein angebunden sind und aus den die Jungfische in die Juvenilhabitate gelangen können. Dies wäre die Anlage von flachen Seitenbuchten und Blänken, die deutlich unter der heutigen Mittelwasserlinie des Rheins liegen müssten um diese Funktion erfüllen zu können.

Jungfischgemeinschaften in den Uferhabitaten des Rheins und repräsentativ ausgesuchter Auengewässer des Niederrheins untersucht

Monitoring der unter die FFH-Richtlinie fallenden Wanderfischarten Maifisch, Fluss- und Meerneunauge und Lachs

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